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Zunahme rechtsextremer Schmierereien im Stadtgebiet von Hoyerswerda

Nachdem bereits im Dezember 2007 der Ehrenhain für gefallene russische Soldaten des II. Weltkrieges am „Lausitz Center“ mit rechtsextremen Parolen beschmiert wurde (nachzulesen unter „Chronik“), stiegt die Zahl neonazistischer Sprühereien im Stadtgebiet von Hoyerswerda in den letzten Monaten weiter an.

Neuerliche Parolen, die vor allem auffallend häufig im Umfeld des Leon-Foucault-Gymnasiums auftauchten, waren meist mit der Unterschrift „Nationaler Widerstand Hoyerswerda“ oder dem Kürzel A.N.H. (für „Autonome Nationalisten Hoyerswerda“) gekennzeichnet und dienten wohl in erster Linie dem Zweck der Warnung und Einschüchterung von „politischen Gegnern“.

Da sich lokale Neonazis aus dem Umfeld der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) in letzter Zeit auch nach außen verstärkt als „Nationale Sozialisten“ darstellen und
durch dementsprechend „moderne“ Kleidungsstile und Aktionsformen in der Öffentlichkeit auftreten, kann in diesem Zusammenhang von einer personellen Überschneidung in Bezug auf Ausführung jener „Propagandaaktionen“ ausgegangen werden. Auch die Ähnlichkeiten zu anderen Sprühaktionen mit einem konkreten politischen Bezug (wie etwa Sprühschablonen mit der Aufschrift „Dresden – Alliierter Massenmord“ zum 13. Februar 2008) lassen diesen Schluss zu.

Auch wenn die meisten Graffitis sehr dilettantisch anmuten und nicht selten, auf Grund von Rechtschreibfehlern, unfreiwillig komisch wirken, stellen sie eine nicht hinnehmbare Provokation dar. Das Ordungssamt der Stadt Hoyerswerda reagiert bisweilen äußerst langsam auf diese Vorfälle. Oft bleiben die rechtsextremen Schmierereien wochenlang stehen, ohne das sich jemand an ihnen zu stören scheint. Gerade die Schulleitung des mit dem Titel „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ durch das „Netzwerk für Demokratie und Courage“ ausgezeichnete Leon- Foucault- Gymnasium sollte in besonderer Pflicht stehen, für die schnelle Beseitigung von neonazistischen Parolen an ihren Gebäuden zu sorgen.

Indes haben Unbekannte, die sich mit dieser Situation anscheinend nicht einfach abfinden wollten, auf ihre eigene Art und Weise reagiert. Viele der rechtsextremen Graffitis wurden in den letzten Wochen von ihnen unkenntlich gemacht und durch Statements, die sich gegen Neonazis richten, ergänzt.


Neonazischmiererei im Stadtzentrum, nahe des Leon-Foucault-Gymnasiums…wie wird nur System geschrieben? Auch bei der Frage ob nun irgendwas mit „Anti“ oder doch besser „Nationaler Widerstand“ gesprüht werden sollte, waren sich die an der Mauer tätigen „Autonomen Nationalisten Hoyerswerda“ nicht einig, deren Kürzel nur wenige Meter entfernt an eine Wand des gleichen Gebäudes geschrieben stand. Zum Glück wurde das Ganze inzwischen wieder entfernt…