Archiv der Kategorie 'Chronik'

Überblick über die Chronik rechter Übergriffe und Aktivitäten aus dem Jahr 2007

2007

01.01.07

Um ca. 4Uhr morgens in der Silvesternacht wird ein 17-jähriger nicht-rechter Jugendlicher vor dem Sparkassen –Carre im WK9 (Hoyerswerda) von drei stark angetrunkenen und wesentlich älteren Neonazis angegriffen, welche gerade die Bar „Joy’s“ verlassen hatten. Er wird erst angepöbelt und schließlich mit einem Schlagring ins Gesicht geschlagen, erleidet erhebliche Verletzungen und muss stationär behandelt werden. Er wird mit sieben Stichen im Gesicht genäht und behält bleibende Narben zurück.
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13.01.07

Mehrere Menschen versammeln sich vor dem alternativen Jugendclub Dock 28, versuchen in den Club ein zu dringen und schmeißen dabei Flaschen in den Eingangsbereich. Daraufhin verschließt ein sich dort aufhaltender Gast des Dock 28 die Tür. Die Angreifer demolieren anschließend das Fahrrad eines Clubgastes an der verschlossenen Tür.
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Januar 2007

In Nardt (bei Hoyerswerda) legen Rechtsextreme der Jungen Nationaldemokraten (JN) einen Kranz „für die gefallenen Helden“ am Weltkriegstoten -Denkmal nieder.
Quelle: SäZ

07.02.07

An einem Mahnmal für die Opfer des Faschismus wird eine Schmiererei entdeckt. Unbekannte besprühten den Gedenkstein mit dem Schriftzug „Antifa, ihr könnt uns mal“.
Quelle: SäZ, AMAL-Sachsen

15.02.07

Mahnwache am Lausitzplatz von ca. 5 Neonazis wegen der Verurteilung der Holocaustleugners Ernst Zündel.
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26.02.07 Kamenz bei Hoyerswerda

Jahreshauptversammlung mit Kreisvorstandswahl des NPD Kreisverbandes Kamenz. Mario Ertel aus Kamenz wurde mit über 95% der Stimmen in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt. Neuer stellvertretenden Kreisvorsitzenden ist Mathias Rochow aus Kamenz. Rochow ist erst 29 Jahre jung und JN Bundesgeschäftsführer (Infos: de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Rochow). Sein Vorgänger war Robert Engler – Leiter des JN–Stützpunkt Hoyerswerda. Beisitzer waren Matthias Kleminski aus Großröhrsdorf (ehemaliger Kreisvorsitzender bei den Republikanern und seit 2006 NPD–Mitglied) und Ingo Marschke aus Kamenz, welcher somit seinen Posten innerhalb des Kreisverbandes halten konnte. Neue Schatzmeisterin ist Jacqueline Lorenz (41) aus Kamenz –sie übernimmt somit den Posten von Matthias Rochow und war bisher noch nicht namentlich in Erscheinung getreten. Im Bericht zur Vorstandswahl des NPD Kreisverbandes Kamenz wurde von steigenden Mitgliederzahlen in Kamenz und Hoyerswerda geschrieben, genauere Angaben wurden jedoch nicht veröffentlicht. Außerdem soll ab März 2007 eine neue NPD –Kreiszeitung unter dem Namen „Kamenzer Stimme“ erscheinen.
Quelle: www.npd-kamenz.de/aktuell/2007/aktuell_26_02_07.html

17.03.07 Spremberg

In Spremberg bei Hoyerswerda führen rund 30 bis 35 Angehörige der rechten Szene eine unangemeldete Demonstration durch. Die VeranstalterInnen schreiben auf einer Internetseite von 60 TeilnehmerInnen. Unter ihnen soll ein Zeitzeuge gesprochen haben. Die vornehmlich schwarz gekleideten DemonstrantInnen kamen laut Polizeiangaben vor allem aus Potsdam, Zittau und Spremberg. Die Demonstration wird durch die Polizei aufgelöst. Zuvor fand eine Kranzniederlegung im Gedenken an die „Helden“ des II. Weltkrieges statt.
Quelle: http://87.230.8.161/Artikel.Artikel.87.html, 20cent

18.03.07-Dresden

Sebastian Richter, führende Persönlichkeit des „Lausitzer Aktionsbündnis“ und JN-Landesvorstandsmitglied, hält in Dresden einen Vortrag zum Thema: „Antikapitalismus von ‚rechts‘ – Grundlagen nationaler Kapitalismuskritik?“ Anschließend soll ein Konzert mit Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke stattfinden, der jedoch aufgrund einer Erkältung nicht singen kann.
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23./24.03.07

Neonazis aus dem Umfeld des Lausitzer Aktionsbündnis kleben im gesamten Stadtgebiet Plakate u.a. gegen Wasserprivatisierung und Castortransporte. Als V.i.s.d.P. ist auf den Plakaten Sebastian Richter angegeben.
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02.04.07

In der Einkaufsmeile Lausitz Centre schlägt ein Neonazi einem Punker im Vorbeigehen ins Gesicht. Der Punker kann einer „Kopfnuss“ ausweichen und trägt eine Schwellung in der linken Gesichtshälfte davon. Nach Angaben des Betroffenen kam es unter ähnlichen Umständen bereits zwei mal zuvor zu einem derartigen Übergriff.
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11.04.07

Am „Gondelteich“ in Hoyerswerda wird ein nichtrechter Jugendlicher von Anhängern der rechten Szene bedroht und schließlich angerempelt. Als er sich entfernen will, zeigt einer der Angreifer den „Hitlergruß“.
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12.04.07-Bröthen bei Hoyerswerda

Am Bröthener See wird ein alternativer Jugendlicher von fünf Neonazis angepöbelt und bedroht.
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13.04.07

Am Nachmittag wird ein alternativer Jugendlicher in der Hoyerswerdaer Neustadt von einem Neonazi beschimpft und schließlich getreten.
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13.04.07

Im WK II in Hoyerswerda wird gegen 18.30Uhr ein alternativer Jugendlicher zuerst von einem Neonazi beschimpft und anschließend ins Gesicht geschlagen. Die Polizei, welche mit einem Einsatzfahrzeug vor Ort ist, greift nicht ein.
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13.04.07

In den Abendstunden werden Besucher eines Konzertes im Jugendclub „Ossi“ in der Lieselotte- Hermannstr. in Hoyerswerda von einer Gruppe rechter Jugendlicher bedroht und verfolgt.
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13.04.07

Gegen 22.30Uhr greifen rund 30-40 rechtsgerichtete Personen zumeist jungen Alters eine Gruppe alternativer Jugendlicher auf dem Schulgelände der Leon- Foucault- Gymnasiums in Hoyerswerda an. Unter Flaschenwürfen und Aussprüchen wie „Renn um dein Leben“ und „Jetzt gibt’s Punkerklatschen“ werden mehrer Personen durch Tritte und Schläge ins Gesicht verletzt. Nachdem die Jugendlichen vom Gelände flüchten können, bewegen sich die Angreifer, die zum Teil nicht aus Hoyerswerda kommen und von denen einige mit Schlaggegeständen bewaffnet sind, in Richtung Gondelteich weiter. Dort werden zwei weitere Gruppen nicht- rechter Jugendlicher von ihnen angegriffen. Darüber hinaus entwendeten die Angreifer mehrere Rucksäcke und Fahrräder. Alle Täter können fliehen, bevor die Polizei eintrifft. Mindestens eine Person erleidet Verletzungen durch Schläge ins Gesicht. Anzeigen wegen Körperverletzung und Raubes werden gestellt, einige der Angreifer identifiziert.
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14.04.07

Am Polizeirevier in der Altstadt werden ca. 15 Jugendlichen gesehen die mehrfach „Sieg Heil“ skandieren. Die Jugendlichen waren im Stil der „Hip Hop“-Szene gekleidet.
Den ganzen Abend über sammeln sich verschiedene Gruppen von Neonazis im Stadtgebiet, die mehrfach vorbeikommende Jugendliche anpöbeln und bedrohen.
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01.05.07

Eine kleine Gruppe Neonazis stört mit Transparent eine Veranstaltung der PDS auf dem Lausitzplatz
Quelle: www.jugend-offensive.info

08.05.07

Eine kleine Gruppe Neonazis stört eine Kundgebung, welche von der PDS und der RAA im Gedenken an die Befreiung 1945 stattfand. Nach eigenen Angaben verteilen sie Flugblätter.
Quelle: http://87.230.8.161/Artikel.Artikel.132.html

08.05.07

Nach einer Gedenkveranstaltung wurde ein Informationsstand eines zivilgesellschaftlichen Bündnisses gegen Rechtsextremismus von Neonazis gestört. Dabei wurden StandbetreuerInnen von zunächst drei Rechtsextemen belästigt und u.a. Nazimusik von einem Handy abgespielt, sowie StandbetreuerInnen abgefilmt und fotografiert. In kurzer Zeit wurden etwa zehn weitere offensichtlich rechte Jugendliche mobilisiert, sie waren u.a. gekleidet im Stil Automomer Nationalisten und Nazi-Hip-Hopper. Die gerufene Polizei war mit nur zwei Einsatzkräften vor Ort und reagierte erst auf Zureden einer Infostand-Betreuerin. Einige alternative Jugendliche wurden anschließend von den RechtsextremistInnen verfolgt, mussten in einem Laden Schutz suchen und konnten sich nur unter Polizeischutz aus dem Stadtgebiet entfernen. Die gerufene Polizei war wiederrum mit nur zwei Beamten und erst nach langer Wartezeit vor Ort.
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10.05.07

Eine kleine Gruppe junger Nazis posiert in Hoy zum Thema „Befreiungslüge“.
Quelle: http://87.230.8.161/Artikel.Artikel.135.html

19.05.07 Bautzen

Rund 100 junge Neonazis aus der Region ziehen ca. ein viertel Stunde durch Bautzen. Am Hauptmarkt wurde eine kurze Kundgebung abgehalten. Danach wurde die Demo durch die Polizei aufgelöst
Quelle: SZ

Juli 07

Ein alternativer Jugendlicher wird in/vor einer Bar („Plan-B“) auf Grund seines Aussehens von mehreren Neonazis geschlagen.
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August 2007

In der gesamten Lausitz, vor allem im Raum Görlitz, aber auch in Hoyerswerda werden im Rahmen der Neonazikampagne „Hess-Aktionswochen“ massiv Aufkleber, Plakate im gesamten Stadtgebiet geklebt. Auch größere Schmierereien finden sich in der Stadt.
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10.09.07

An einer neu sanierten Brücke am Globus Hoyerswerda wurden „Antifa wir töten euch alle“, zwei Vor- und Zunamen mit Friedhofskreuzen, zwei Keltenkreuze, 14, 88, „Nationaler Widerstand“ und „NS-Gruppe Hoyerswerda“ gesprüht. Die Schmierereien wurden nach einigen Tagen wieder entfernt.
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01.10.07

Die „Montagsdemo“ auf dem Lausitzer Platz wird durch Zwischenrufe von vier jungen Männern gestört. Sie riefen die Parolen „Frei sozial und national“ und „Arbeit macht frei“.
Quelle: Hoyerswerdaer Rundschau (LR), 04.10.07

08.10.07

Am frühen Morgen sind in der Altstadt nahe der „Langen Straße“ rassistische und neonazistische Pöbeleien zu hören.
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12.10.07

In der Nähe vom Lessing Gymnasium ist in ca. 40cm großen Buchstaben „Freiheit für Zündel“ an einen Bauwagen geschrieben worden. Ernst Zündel ist ein verurteilter Holocaustleugner.
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25.10.07

Auf dem Lausitzer Platz überfallen Neonazis einen Infostand zum Thema „Mindestlohn“ der Gewerkschaft Verdi und der Linkspartei. Zwei betrunkene Neonazis gehen zunächst eine Journalistin der Sächsischen Zeitung an und fordern „Nationalen Sozialismus“. Die Journalistin verlässt schließlich den Ort des Geschehens, im weiteren Verlauf versammeln sich schließlich zwischen 15 und 20 Neonazis um den Infostand. Dieser wird mit Aufklebern versehen, es werden auch Flaschen geschmissen. Verletzt wurde niemand.
Quelle: Antifa aus Ostsachsen

12.11.07

Auf einer „Montagsdemo“ gegen Sozialabbau auf dem Lausitzer Platz versuchen Neonazis das Wort zu ergreifen, werden aber daran gehindert. Sie entfalten ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt die Propaganda der selbsternannten Demokraten. Für das Selbstbestimmungsrecht unseres Volkes.“ Anwesende Polizeibeamte reagieren mit Ordnungsgeldern für alle anwesenden Neonazis.
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23.11.07

Gegen 23 Uhr marschieren etwa 150 Neonazis aus ganz Sachsen und Brandenburg unangemeldet durch Nardt bei Hoyerswerda. Ziel der mit Fackeln und Trommeln ausgestatteten Neonazis ist vermutlich das dortige Weltkriegstoten-Denkmal. Die TeilnehmerInnen des Aufmarsches versammeln sich anschließend zu einer Spontandemonstration in Hoyerswerda.
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Dezember 2007 Spremberg bei Hoyerswerda

Die Stadt Spremberg setzt ab sofort einen Wachschutz am lokalen Busbahnhof ein. Seit Anfang des Jahres 2007 kam es dort mehrfach zu Übergriffen und Pöbeleien auf SchülerInnen mit linkem Outfit oder sichtbarem migrantischem Hintergrund. Im Dezember wurde ein 17- Jähriger mit asiatischem Aussehen von drei Jugendlichen verprügelt und musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden. Keiner der umstehenden kam dem 17-Jährigen zu Hilfe.
Quelle: LR

22.12.07

Zwischen 23.00 und 24.00 skandiert eine Gruppe von Männern nahe der Elster zwischen der Spremberger und der Görlitzer Brücke mit einem Megafon „Hier regiert der nationale Widerstand“ und andere rechtsradikale Parolen.
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Ende Dezember 2007

Kurz nach Weihnachten wird der Ehrenhain für gefallene russische Soldaten des II.Weltkrieges mit der rechten Parole „Frei, Sozial, National“ und den Kürzeln „NS“ und „ANH“ beschmiert. Letztere Buchstabenkombination wurde bereits des Öfteren in Hoyerswerda als Kürzel für „Autonome Nationalisten Hoyerswerda“ gesprüht. Ein roter Stern am Ehrenhain wurde mit dem Wort „Täter“ beschmiert.
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