Besser spät als nie! Zweite erfolgreiche Antifa-Soliparty in Hoyerswerda


Ein Teil des Publikums beim Konzert der „Busted Brains“

Anfang April fand in Hoyerswerda zum zweiten Mal eine erfolgreiche Antifa-Soliparty statt. 90 vorallem in Hoyerswerda lebende junge Menschen besuchten einen Vortrag zu regionalen Nazistrukturen in der Region. Bei der anschließenden Party mit vier Bands u.a. aus Berlin und einer darauf folgenden Trash-Elektro-Disse feierten insgesamt knapp 200 Menschen vorallem aus dem alternativen Spektrum ausgelassen bis in den Morgen.

Knapp ein Jahr war vergangen, seit der ersten Soliparty in Hoyerswerda, die als Reaktion auf die Kriminalisierung antifaschistischen Engagements in der Region organisiert wurde und gleichzeitig einen Beitrag zur Mobilisierung gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm darstellen sollte. Schon damals besuchten um die 150 Menschen die Veranstaltung um sich zu informieren und in einem alternativen, subkulturellen und politischen Rahmen zu feiern [Infos].

Anfang April diesen Jahres ging schließlich die zweite Auflage der Antifa-Soliparty über die Bühne, wobei auch diesmal die Feier unter der Maßgabe eines gewissen politischen Anspruches organisiert wurde. Wie schon 2007 bildete ein Vortrag den Auftakt des Abends, in dessen Verlauf zwei Referenten der AntifaAG Hoyerswerda die rund 90 ZuhörerInnen über die Organisationsstrukturen regionaler RechtsextremistInnen aufklärten und deren aktuelle Entwicklungen und Bestrebungen thematisierten.

Im Anschluss wurden die Türen zum Konzertraum geöffnet und es spielten die „Busted Brains“, „Plattenbau Romantik“ und der eigens aus Berlin angereiste „Geigerzähler“, welcher solo und danach mit seiner Band „Berlinska Droha“ auftrat. Anschließend sorgte „DJ Power“ mit einer gelungenen Mischung aus Trash und Electro ebenfalls für eine ausgelassene Feierstimmung. Darüber hinaus bestand für die insgesamt knapp 200 BesucherInnen auch diesmal wieder die Möglichkeit, sich an einen mit Flyern, Broschüren, Postern und Vielem mehr gedeckten Informationstisch mit den Themen Rechtsextremismus und Antifaschismus auseinander zusetzen.

Bei einem „Volxküche“-Team konnten die KonzertbesucherInnen Veganburger und ebenfalls veganes Chili sin carne für kleines Geld erwerben. Zum Entspannen lud eine eigens eingerichtete Chilloutlounge ein.

Wir, als Teil des als Organisationsteams, werten auch die zweite Antifa-Soliparty in Hoyerswerda als vollen Erfolg. Dass trotz der relativ kurzen Mobilisierungszeit und einiger anderer, parallel stattfindender antifaschistischen Veranstaltungen in Sachsen fast 200 Personen und damit deutlich mehr Menschen, als beim letzten Mal, den Weg auf unsere Party gefunden haben, stärkt uns in unserer Annahme, wie wichtig es gerade in einer Stadt wie Hoyerswerda ist, rechts-offenen oder rechtsextremen Jugendkulturen aktiv etwas entgegen zusetzen. Wir werden auch in Zukunft versuchen alternative Freiräume zu schaffen, in denen auch Menschen, die nicht in das engstirnige Weltbild überzeugter Neonazis oder dumpfen Alltagsrassisten passen, die Möglichkeit haben, ungestört und ohne Angst vor blöden Anmachen oder gar Übergriffen feiern können.

Das Organisations-Tean bedankt sich bei allen, die zum Gelingen der Party beigetragen haben und natürlich auch beim zahlreich erschienen und sehr angenehmen Publikum.

Bis zum nächsten Mal!
Die Orga- Crew


Einige der ZuhörerInnen des Vortrages zu rechten Strukturen und Aktivitäten in und um Hoyerswerda