Lausitzer Neonazis starten in den Frühling 2007 mit neuer Jugendkampagne

Mit einem gemeinsamen Internetauftritt starten die „nationalen Sozialisten“ aus dem Umfeld des Infoportals www.lausitz-infos.net, antikap.de und der „Freien Offensive“ in der Frühling 2007.

Die neue Internetpräsenz auf www.jugend-offensive.info richtet sich speziell an junge Menschen, die für den „politischen Kampf des nationalen Widerstands“ angeworben werden sollen.

Auf der Seite kann auch ein Video herunter geladen werden, welches Jungnazis zu national-politischem Engagement motivieren soll. Dies wird durch Aktionismus im Abenteuer-Format vermittelt – in dem Video werden Szenen gezeigt von Flyer-, Plakatier- und Sprühaktionen u.a. in Hoyerswerda.

Desweiteren können ein Jingle gegen staatliche Repression, sowie Rechtsrock von Sleipnir, Lüders und Agnar angehört werden.

Auf der Internetseite stellen sich die „Nationalen Sozialisten“ dar als „junge Menschen, die sich politisch im nationalen Widerstand engagieren und sozialistisch denken“. Das sie im Allgemeinen als „Neonazis“ bezeichnet werden, wird nicht als Problem gesehen.

Das zum Download angebotene Video beginnt mit einem Zitat der RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin. Dass Neonazis die gemeinhin als Linksradikale bekannte Ensslin zitieren, ist für moderne „Nationale Sozialisten“ nicht ungewöhnlich. Antiimperialistische Standpunkte, wie sie die RAF vertrat, sind heute für moderne Neonazis Teil ihrer nationalistischen Ideologie. Dass dies auch in stumpfen Antiamerikanismus umschlägt, zeigen in dem Video verklebte Plakate mit der Aufschrift „Den US-amerikanischen Weltenbrand stoppen. Fuck USA“.

In weiteren Szenen wird mehrfach die Freilassung vom verurteilten Holocaustleugner Ernst Zündel gefordert. In welcher Tradition auch die vermeintlich modernen „Nationalen Sozialisten“ der „Jugendoffensive“ agieren, zeigen mehrere Video-Verweise auf die NS-Fuktionäre Rudolf Hess und Horst Wessel. Eine Szene zeigt einige in schwarz gekleidete Personen mit einem Transparent „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“, in einer anderen wird auf einem umgestalteten Verkehrsschild „Stop Israel“ gefordert. Auf einer Sprühschablone ist mit Bezug auf die Bombardierung Dresdens im Zuge der Befreiung Deutschlands vom NS zu lesen „Dresden: Massenmörder sind keine Befreier“. Ähnliche Standpunkte werden auch auf den regelmäßigen Neonazi-Demos am 13. Februar in Dresden vertreten und verschieben mit Rückblick auf den II. Weltkrieg völlig die Relationen und historischen Realitäten auch im Bezug auf die Bombardierung Dresdens. Der Luftangriff auf Dresden war Teil eines Krieges, der einzig und allein von Deutschland ausging. Die entsprechenden Konsequenzen hatte deshalb auch völlig zurecht die deutsche Volksgemeinschaft zu ertragen, die auch in Dresden den NS mehrheitlich unterstützt hatte.

Die Initiatoren der „Jugendoffensive“ setzen mit ihrer Kampagne auf ein Mobilisierungskonzept, welches weniger auf die Eingliederung neuer AktivistInnen in streng hierarchische Strukturen angelegt ist. Stattdessen agieren moderne Neonazis in einer lockeren Struktur von relativ selbstständigen Kleingruppen. Das Konzept der „autonomer Nationalisten“ ist jedoch nicht neu und orientiert sich an Strukturen autonomer Linker Zusammenhänge, wie z.B. Autonomen Antifa Gruppen.