2005

13.01.05

Am Vormittag hängt ein Bewohner eines Mietshauses eine 1,80 Meter lange Fahne mit den Schriftzügen „Macht und Ehre“ und „Kraft für Deutschland“ aus dem Fenster. Außerdem war ein Reichsadler zu sehen, zwar ohne Hakenkreuz, aber mit einem zum Verwechseln ähnlichem Symbol. Nachbarn rufen daraufhin die Polizei und beschweren sich, die Beamten beschlagnahmen die Fahne.
Quelle: SäZ, AMAL Sachsen

Februar 05

Beim Rosenmontagszug in Wittichenau bei Hoyerswerda werden mindestens zwei alternative Jugendliche von Neonazis ins Gesicht geschlagen. Weitere Jugendliche werden bedroht. Zuvor wird ein Neonazi gesehen, der sich mit einem Ku- Klux- Klan Kostüm verkleidet hatte.
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12.02.05 Hoyerswerda

Mehrere Neonazis, die mit Schafs- und Eselsmasken verkleidet sind, verteilen vor dem Lausitz-Center Flugblätter. Das LAB (Lausitzer Aktionsbündnis) um Sebastian Richter bezeichnet darin die Bombardierung Dresdens als „Bombenholocaust“.
Quelle: SäZ, AMAL Sachsen

19.03.05

Neonazis aus Hoyerswerda nehmen an einer Neonazidemo in Dresden teil. Sie richtet sich gegen „linken Terror“. Unterstützer sind unter anderem die pommersche Aktionsfront, welche Kontakte zum LAB pflegt und mit ihm zusammen die „Mitteldeutsche Jugendzeitung“ herausgibt.
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01.05.05

Neonazis aus Hoyerswerda nehmen am Neonaziaufmarsch in Leipzig teil, welcher von Christian Worch organisiert wurde.
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04.05.05

Das LAB ist mit einem Stand auf dem Lausitzer Platz präsent und verteilt den ganzen Tag über Flyer und Propagandamaterial zum Thema 8. Mai 2005. LAB – Aktivist_innen sprechen in diesem Zusammenhang von der „Befreiungslüge“. In den vorangegangenen, beziehungsweise nachfolgenden Nächten werden in der Innenstadt und einzelnen Wohnkomplexen großflächig Plakate und Aufkleber mit neonazistischen und faschistischen Inhalten verklebt. Sie werben für das LAB und tragen die gleichen Inhalte, die auf dem Stand propagiert wurden. Die Rohlinge des verklebten und verteilten Materials stammen offenbar von der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ bzw. den „Freien Kräften Dresden/Sachsen“, welche die Muster über das Internet vertrieben hatte.
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Indymediabericht

Ende Mai/Anfang Juni

Im Zuge der Mobilisierung für die Demo in Weißwasser kleben Neonazis vom LAB in der gesamten Stadt großflächig Plakate mit neonazistischen Inhalten
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02.07.05-Weißwasser bei Hoyerswerda

Dem Aufruf des LAB zu einer Demonstration unter dem Motto „Nein zur Agenda 2010! Globalisierung stoppen! Kapitalismus abschaffen!“ folgen etwa 100 Personen.
Quelle: Sächsischer Verfassungsschutzbericht 2005

Juni 2005

Auf einem Schulfest des Foucault Gymnasiums in Hoyerswerda provozieren mehrere anwesende Neonazis, unter ihnen auch einige Hip Hopper, vermeintlich alternative Jugendliche.
Ein 16jähriger Jugendlicher wird erst vom Fahrrad und dann ins Gesicht getreten. Anwesende Jugendliche begleiten ihn ins Krankenhaus. Die im Vorfeld verständigte Polizei nimmt den Anruf nicht ernst, kommt erst nach einer halben Stunde und steigt nicht einmal aus dem Streifenwagen. Auch die Schulleitung verweist die Nazis trotz mehrmaliger Aufforderung nicht vom Schulgelände. Das Foucault Gymnasium Hoyerswerda trägt den Titel „Schule mit Courage. Schule ohne Rassismus“.
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August 05

Im Innenstadtbereich klebt das LAB Aufkleber die sich gegen linke Politik und Antifaschistinnen richtet und diese denunziert, einige der Sticker propagieren antisemitische Inhalte.
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02.10.05

Etwa 60-70 Neonazis folgen dem Aufruf des LABs und demonstrieren in Görlitz zusammen mit dortigen NPD/JN Aktivist_innen unter dem Motto „Deutschland ist größer als die BRD“. Redner sind unter anderem Sebastian Richter und Jürgen Krumpholz (NPD Görlitz).

30.10.05

Nach einer Veranstaltung im alternativen Jugendclub Dock28 erhalten die verbliebenen Besucher ungebetenen Besuch von zwei Rechten. Nach dem Rauswurf kehren diese wieder und randalieren an der geschlossenen Tür.
Quelle: AMAL Sachsen

November 05

Neonazis aus dem Umfeld des LABs organisieren Busse zum Heldengedenken in Halbe und nehmen an dieser Veranstaltung teil.
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Dezember 05

Im gesamten Stadtbereich werden Plakate und Sticker des LABs verklebt in denen versucht wird, bürgerliche Kritik (zum Beispiel das Thema Umweltschutz) für rechtsextreme Inhalte zu nutzen.
Innerhalb dieses Jahres haben Nazis immer wieder versucht in den alternativen Jugendclub Dock 28 einzudringen. Dies zog im Herbst 05 auch einen größeren Einsatz der Polizei nach sich, die mit mindestens 10 Beamt_innen in Schutzausrüstung und einer Videokamera in den Club stürmte, die Nazis rausschmiss und versuchte Besucher_innen abzufilmen.
Darüber hinaus gab es mehrere Übergriffe auf zumeist alternative Jugendliche, welche sich vorwiegend auf „Dorfparties“, aber auch am helllichten Tag abspielten. Täter waren neben bekannten Neonazis auch zum Teil Jugendliche der Hip-Hop- Szene und russische Aussiedler die mit lokalen Neonazis befreundet sind. Dabei wurde mindestens ein Mensch so schwer verletzt, dass er mehrere Tage ins Krankenhaus musste.
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21.12.2005

Vier Männer pöbeln in einem Flüchtlingsheim Ausländer an. Der Heimbetreiber erstattet Anzeige. Die Männer sind der Polizei bekannt.
Quelle: SäZ, AMAL Sachsen