Pressemeldungen zu „Hoyerswerda-15 Jahre später“

Pressemitteilung Sonnatag, 24.09.06, 16.30 Uhr

Erfolgreiche antirassistische Demonstration in Hoyerswerda

Am 23. September fand in Hoyerswerda eine antirassistische Demonstration
unterdem Motto „Hoyerswerda 15 Jahre später – gegen
rechte Strukturen undkollektive Verdrängung“ mit knapp 400
TeilnehmerInnen statt. Organisiertwurde die Demonstration von antifaschistischen
Gruppen aus Sachsen undBrandenburg.

Die Demonstration führte durch die Hoyerswerdaer Neustadt über
den LausitzerPlatz, um den Wohnkomplex III über die Schweitzer
Straße. An diesem Brennpunkt der Pogrome von 1991, sowie in der
Niederkirchner Straße, wurde in Redebeiträgen der beteiligten
Bündnisgruppen Kritik an der Verdrängung und demVergessen
der rassistischen Pogrome von 1991 und dem Umgang mit (Alltags-)Rassismus
geäußert. Thematisiert wurden außerdem aktuelle rechte
Strukturen und Tendenzen in Hoyerswerda. In einem Wohnheim der Schweitzer
Straße lebten einigeder MigrantInnen, die von Neonazis und BürgerInnen
im September 1991 tagelang terrorisiert wurden, bis sie schließlich
zwangsevakuiert werden mussten. Beim Stillen Gedenken am Lausitzer
Platz, zu dem OB Horst Dieter Brähmig (PDS)aufgerufen hatte,
war nach Aussagen von BesucherInnen der Veranstaltung nicht die Rede
von rassistischen Pogromen, sondern von extremistischen Auseinandersetzungen.
Auf Plakaten von Neonazis, mit denen für eine Demonstration am
30.09 in Hoyerswerda geworben und die Pogrome von 1991 glorifiziert
werden, wurden Genehmigungsplaketten der Stadtverwaltunggesichtet.
Von dem vom Kameradschaftszusammenschluss „Lausitzer Aktionsbündniss“
und dem JN Stützpunkt Hoyerswerda angekündigten „kreativen
Störaktionen“bemerkten DemonstrantInnen nichts. Mehrmals
verwies die Polizei dennoch, auch auf Forderungen von DemonstrantInnen,
Neonazis des Platzes, die sich am Rand der Veranstaltung versammelten.

Pressesprecher Marius Buchner schildert Eindrücke zur Demonstration:
„Wir sind mit dem Demoverlauf sehr zufrieden. Trotz unnötig
vieler Polizeikontrollen gegenüber TeilnehmerInnen, verlief alles
friedlich, aber dennoch entschlossen.Trotzdem unsere Demonstration
von vielen mit Misstrauen betrachtet wurde,schlossen sich auch einige
BürgerInnen zeitweise dem Demozug an. Aus dem Wohnhaus in der
Schweitzer Straße
applaudierten dann sogar einige Menschen von ihren Balkonen.“

Mit freundlichen Grüßen

Presseteam des Organisationsbündnisses „Hoyerswerda –
15Jahre später“

Für Fragen: hy.presse@web.de

Pressemitteilung, 18. September 2006

Neonazis glorifizieren Hoyerswerdaer Pogrome von 1991

Vor kurzem wurde bekannt, dass das Lausitzer Aktionsbündnis
(LAB) – ein überregionaler Zusammenschluss von Neonazis aus Ostsachsen
und Südbrandenburg – eine Demonstration in Hoyerswerda für
den 23.09. angemeldet hatte. Diese sollte als Gegenaktivität
dargestellt werden zu einer am selben Tag stattfindenden antirassistischen
Demonstration. Unter dem Motto „Hoyerswerda – 15 Jahre
später“ wird dabei der Opfer der Pogrome auf AsylbewerberInnen-
und VertragsarbeiterInnen – Wohnheime von 1991 gedacht. Außerdem
soll auf immer noch bestehende Neonazistrukturen aufmerksam gemacht
und dem Verdrängen und Vergessen der damaligen Ereignisse entgegen
gewirkt werden. Die Neonazidemonstration wurde nun jedoch auf den
30.09. verlegt.

Entsprechend rufen Neonazis jetzt stattdessen im Internet zu „kreativen
Störaktionen“ der Gedenkdemonstration auf. Hierfür
wird sogar die Route der Demonstration im Internet zur Verfügung
gestellt, die bisher – nach unserer Kenntnis – nur dem Ordnungsamt
bekannt war.

Das LAB spricht auf seiner Homepage im Zusammenhang mit den Pogromen
u.a. von „der Wahrnehmung der Pflicht, die Ordnung auf den Straßen
wieder herzustellen, den natürlichen Lebensraum zu schützen
und sauber zu halten“. Weiter heißt es: „Machen
wir Schluss mit den Lügen der Heuchler und geben wir gemeinsam
den Einwohner Hoyerswerdas ihre Ehre zurück.“ (h__p://w_w.demo-lausitz.tk)

Marius Buchner von der Antifa Hoyerswerda stellt dazu fest: „Wir
werden weder akzeptieren, dass Neonazis versuchen die menschenverachtenden
Angriffe von 1991 öffentlich zu feiern, noch, dass sie offenbar
Störungen unserer Demonstration planen. Mit unserer Veranstaltung
am 23.09. werden wir den Pogrom von Hoyerswerda angemessen erinnern
– und dabei kann und wird es keinen Platz für Neonazis
geben.“

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presseteam des Organisationsbündnisses der antirassistischen
Demonstration „Hoyerswerda – 15 Jahre danach“

Für Fragen: hy.presse@web.de

Pressemitteilung, 3. September 2006

Demonstration „Hoyerwerda – 15 Jahre danach“ am 23.
September 2006

Am 23. September 2006 wird in Hoyerswerda eine antirassistische Demonstration
unter dem Motto „Hoyerswerda – 15 Jahre danach“ stattfinden.

Die Demonstration wird anlässlich des 15. Jahrestages der Pogrome
auf Asylbewerber_innenheime in Hoyerswerda organisiert. An der Vorbereitung
beteiligt sind zahlreiche antifaschistische Gruppen aus Sachsen und
Brandenburg, unter ihnen auch Jugendliche aus Hoyerswerda.
Pressesprecher Marius Buchner von der Antifa Hoyerswerda: „Mit
unserer Demonstration wollen wir die Verdrängung der Geschehnisse
von vor 15 Jahren kritisieren und auf alarmierende rechte Strukturen
in und um Hoyerswerda aufmerksam machen.“
Das Organisationsbündnis rechnet mit bis zu 500 Teilnehmer_innen.

Die Pogrome auf zwei Asylbewerber_innenwohnheime 1991 in Hoyerswerda
wurden von Neonazis und Bürger_innen getragen. Die tagelangen
Angriffe eskalierten bis zur Evakuierung beider Wohnheime. Die wenigen
Bürger_innen, die sich gegen die Angriffe stellten, fanden kein
Gehör, zwei antifaschistische Demonstrationen waren massiver
Polizeirepression ausgesetzt. Für eine Reihe weiterer rassistischer
Pogrome, z. B. 1992 in Rostock-Lichtenhagen und Mannheim-Schönau,
gab Hoyerswerda 1991 den Ausschlag.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presseteam des Organisationsbündnisses der antirassistischen
Demonstration „Hoyerswerda – 15 Jahre danach“

Für Fragen: hy.presse@web.de