1991-2001: Kein Vergeben, kein Vergessen! (Interview 2001)

1991-2001: Kein Vergeben, kein Vergessen! Vor 10 Jahren gab es
das erste Pogrom in Deutschland seit dem Ende des Faschismus


Gespräch mit Maura und Rottel aus Hoyerswerda. Maura und Rottet
sind heute um die dreißig und in Hoyerswerda aufgewachsen. Anfang
der neunziger Jahre haben sie die Stadt verlassen. Maura lebt im Hunsrück,
Rottet weiterhin in der Lausitz, aber nicht in Hoyerswerda. Beide
arbeiten als Handwerker.

Zur Protestdemonstration gegen das Pogrom am Sonntag, den
29 . September in Hoyerswerda, kamen die Autonomen mit großer
Hoppla-jetzt-kommen-wir-Geste in die Stadt gebraust?

Maura: Nein, es kam nur ein Konvoi aus Berlin, mit dem bin ich selber
mitgefahren. Das waren ungefähr 50 bis 60 Autos. Richtig organisiert:
Motorradfahrer sind vorneweg gefahren, die geguckt haben, ob irgendwo
Bullen sind oder Faschos auf Brücken stehen und abwarten, ob
sie Steine schmeißen können. Zur Demo kamen insgesamt vielleicht
3 000 Leute, die Mehrzahl aus Berlin. Aus Hoyerswerda nahmen vielleicht
50 Menschen teil.

Wie lief die Demo ab?

Rottel: Da hab‘ ich zum ersten Mal und zum in meinem Leben einen Pflasterstein
in der Hand gehabt. Mich hat beeindruckt, wie schnell man die Straße
aufreißen kann. Ein anderes Phänomen war, daß die
Autonomen keinen anderen in ihre Reihen rein gelassen haben, selbst
wenn man eine Haßmaske aufgesetzt hatte, hat man trotzdem nicht
dazugehört, weil die so streng organisiert waren. Ein anderes
Erlebnis, das ich nie vergesse: Es stand so ein tätowierter Besoffener
an der Straße, hat sich die Demo von der Straße angekuckt
und »Ausländer raus!« gerufen und sofort holten die
Berliner Autonomen Schlagstöcke raus und knüppelten den
blutigst zusammen. Da war für mich schon Ende Gelände. Was
sind das für Hirnis, mit denen ich hier was machen will?

Maura: Aber wenn jemand blöd rumsteht und »Ausländer
raus« brüllt, dann mußt du den nicht gleich zusammen
schnicken wie irgendwas, aber ein paar auf die Fresse kannst du dem
ruhig geben. Ich bin immer noch der Meinung, daß das einzige,
was in Hoyerwerda geholfen hätte,
Gegengewalt gewesen wäre. Man sagt, Gewalt erzeugt Gewalt, aber
es gibt auch Frieden, für den man Krieg führen muß.

Rottel: Ich bin mehrmals in Häusern von Nazis überfallen
worden, und ich saß immer in der Ecke und hab‘ die Hände
vor mein Gesicht gehalten. Ich fand das nicht gut, wie ich reagiert
habe, aber ich konnte das nicht anders.
Große Scheiße.
Jedenfalls wurde die Demo angehalten und der Veranstaltungswagen blockiert.
Es folgte das übliche Gemache, Verhandlungen mit der Polizei
undsoweiter, schließlich hat man es hin bekommen, daß
der Pfarrer und irgendwelche Persönlichkeiten aus der Stadt den
Zug weiterleiteten.

Maura: Und die Faschisten standen oben auf den Dächern und haben
gefilmt und sich gefreut. Es mußte was gemacht werden, gut,
aber die Art und Weise, wie die Berliner Autonomen das in die Hand
genommen haben, war total beschissen. Und die Nazis wußten ganz
genau: Wenn die wieder weg sind, dann haben wir freie Bahn und können
überall, wo »Nazis raus« draufsteht, Hakenkreuze
drüber schmieren. Für die Nazis war das wie eine Party.
Die wußten: Es passiert nix mehr. Und wir konnten das dann auslöffeln.

Rottel: Erst nach dem Pogrom kam es so richtig zum faschistischen
Terror. Die hatten ein genaues Feindbild: Zuerst gegen die Schwächsten,
gegen die Ausländer und dann gegen die Andersdenkenden und Andersaussehenden.
Das haben wir zu spüren bekommen: unser Jugendklub »Laden«,
Umweltzentrum, besetztes Haus, die Grünen – wir alle haben dermaßen
auf die Schnauze gekriegt, daß es nicht mehr schön war,
daß Hoyerswerda nicht mehr lebenswert war. Danach bin ich erst
so helle geworden, daß ich gefragt habe: Wie kann das sein,
daß das keiner mitkriegt? Meine Eltern kriegten das gar nicht
mit! Daß Menschen in Hoyerswerda permanent von irgendwelchen
Leuten angegriffen werden. Im »Laden« hatten wir anschließend
zahlreiche Überfälle und auch im »Faxenhaus«,
dem einzig besetzten Haus von Hoyerswerda, in dem wir wohnten. Die
Nazis sind in Uniform, also in schwarzem Kampfanzug oder im Tarnanzug,
mit Gummiknüppeln einmarschiert und haben unter uns aufgeräumt.
Zuerst haben wir noch diese Spielchen betrieben, wie Fenster verriegeln,
Fenster nicht mehr einglasen, heißes Wasser neben den Fenstern
bereitstellen. Dann haben wir entschieden: keine extreme Gegengewalt.
Und wenn Daten sind, wie 3. Oktober, 20. April – raus aus dem Haus.
Gar nicht drauf einlassen. Doch jeder Hausbewohner hatte so seine
Erlebnisse, keiner konnte da mehr schlafen, schließlich ist
die Gruppe zerfallen.

Hattet ihr wie die Häuser in der Hamburger Hafenstraße
auch Transparente mit „Gegen-Nazis“-Slogans draußen
hängen?

Rottel: Nee, wir hatten draußen »Saxen, macht mal Faxen«
drangeschrieben, Sonnenblumen gemalt und ein wunderschönes kunstgemaltes
Schild mit >Instandbesetzung< in schwarz-rot/rot-schwarz aufgehängt.
Wir wollten ein Umweltzentrum entstehen lassen. Besetzung kannten
wir nur aus dem Fernsehen. Wir dachten, das fetzt und wollten schnell
raus aus der Kirche, in deren Räumen wir uns bis dahin als so
eine Art Umweltschützer aufgehalten hatten. Das wurde aber schnell
politisiert. Wir mußten mit der Stadt um das Haus kämpfen,
bekamen Unterstützung durch Kreuzberger Alternativfirmen.

Ihr habt erst das besetzte Haus aufgegeben und dann auch
die Stadt?

Maura: Du konntest da nicht mehr leben. Du konntest nicht mehr durch
die Straßen gehen, ohne Angst zu haben. Man hat sich dann auch
anders angezogen, das ganze persönliche Leben mußte man
komplett darauf abstimmen, daß man heil aus der ganzen Geschichte
wieder rauskommt. Hätte nicht der ganze Mob mitgemacht, hätte
man es vielleicht noch ein bißchen länger aushalten können.

Rottel: Das sind so individuelle Geschichten. Auch wenn das doof klingt:
Ich habe mich wie einer der letzten Mohikaner gefühlt. Es waren
alle weg, alle meine Freunde, die großen Denker und Macher unseres
Vereins »Arbeitskreis Umwelt und Frieden«. Ich hab noch
gekämpft, wir haben ein Umweltzentrum aufgebaut, das hat geklappt,
wir haben von der Stadt ein schönes Haus gekriegt, aber die permanente
Angst, auch am hellichten Tag überfallen zu werden, hat nicht
aufgehört. Zwei Jahre lang. In einer Mehr-oder-weniger-Kleinstadt
spricht sich das schnell rum, wer im »Laden« oder im »Faxenhaus«
was macht. Beide Häuser sind dann von uns dicht gemacht worden.

Maura: Die Leute, die den »Laden« getragen hatten, sind
größtenteils weggezogen. Von vielleicht 30, 40 Leuten sind
zirka zehn in Hoyerswerda geblieben. Die haben dann die »Kulturfabrik«
als Nachfolgeprojekt aufgebaut…

… und es im Gegensatz zum politisch linksalternativen »Laden«
unpolitisch ausgerichtet…

Maura: … genau. Das Publikum, das da heute hinkommt, ist stinknormal.

Rottel: Die Betreiber wollten keine Jugend- und Kinderarbeit mehr
machen, sondern Kulturarbeit. Dadurch haben die ein größeres
Haus gekriegt.

Hoyerswerda war dann ja schon eine bundesweit sehr bekannte
Stadt.

Maura: Ich wollte es damals irgendwann auch nicht mehr erzählen,
woher ich komme, vor allem nicht gegenüber Wessis. »Ach,
daher«, hat man ganz oft gehört. Oft habe ich gesagt, ich
käme aus Cottbus.

Rottet: Ich konnte eine Zeit lang nie auf Bahnhöfen sein, weil
ich fürchtete, da treffen sich die Nazis und wenn, dann treten
sie garantiert immer in Gruppen auf.

Maura: Durch Ostberlin S-Bahnfahren, das war Paranoia. Oder beim Trampen.
Ich hab das alles noch nicht verarbeitet, nur verdrängt – relativ
erfolgreich bis heute.

Wie hast du reagiert, als du im Fernsehen Bilder von Rostock,
oder Mölln gesehen hast?

Maura: Da habe ich angefangen zu zittern. Daß das so eine Welle
schlägt, hätte ich nie gedacht. Es ist ja nur so weit gekommen
wegen der Zustimmung des Hoyerswerdaer Pöbels. Das waren ja nicht
alle, nur ein paar der 70 000 Einwohner. Aber mit der anschließenden
Grundgesetzänderung, der Fast-Abschaffung des Asylrechts haben
die Politiker das praktisch unterstützt.

Wo war in Hoyerswerda der Antifaschismus, den man in der
DDR beigebracht bekommen hat, auf einmal Und wo war da die PDS? Die
ist doch von ihrem Selbstverständnis her eine antifaschistische
Partei.

Rottel: Aber nur rein theoretisch. Das war ja kurz nach der »Wende«.
Wenn das System sang- und klanglos in sich zusammengekracht ist, dann
glaubst du doch auch nicht mehr an dessen Ideale.

Maura: Alles, was die DDR war, hatte auf einmal keine Gültigkeit
mehr. Dadurch, daß alle Gesetze der DDR außer Kraft gesetzt
waren, waren auch die sozialen Gesetze, gewissermaßen die Denkgesetze,
nicht mehr wirksam. Es gab Leute, die meinten, die DDR wäre Scheiße,
weil es keine Coca Cola gab, und deshalb wäre auch die Ideologie
Scheiße, und damit wäre auch die Idee ungültig, daß
Nazis was Schlechtes sind.

Rottel: Viele empfanden den Antifaschismus der DDR als übertrieben
und wollten damit nichts mehr zu tun haben und standen dann doch in
ratloser Ohnmacht vor den Nazis.
Die waren ungefähr in eurem Alter. Habt ihr die auch persönlich
gekannt?

Rottel: Das waren so Leute, mit denen man schon in irgendwelchen Prolokneipen
gesessen und gesoffen hatte. Oder ein paar außergewöhnliche
Gestalten, die sich immer sehr viel geprügelt haben und die deshalb
in aller Munde waren.

Maura: Ich hab viele von denen gekannt. Das waren teilweise meine
früheren Kumpels. Einmal waren die Nazis im »Laden«
und einer meiner früheren Freunde, mittlerweile bei den Nazis,
sagte mir: »Dir tun wir nix.« Aber wir haben uns trotzdem
mit denen geprügelt, weil sie halt im »Laden« rumgepöbelt
haben und es geschafft, sie wieder rauszuschmeißen. Besonders
mit einem hatte ich mal viel zu tun, wir sind zusammen auf Discos
gefahren, haben Mopeds geklaut undsoweiter. Den traf ich während
des Pogroms – ich hatte noch rote Schnürsenkel – und der guckte
nur die Schnürsenkel an und sagte: »Das ist doch schon
lange out«. Da wurde mir klar, die machen auch vor mir nicht
mehr halt, obwohl ich sie kenne. Das war ja das Tragische an der Sache:
Früher haben wir halt gemeinsam auf Punk gemacht, so ostpunkmäßig,
und dann wurden diese Kumpels teilweise Nazis.

Die müssen auch ihre Musik ausgewechselt haben.

Maura: Natürlich. Da wurde praktisch die Kassette von den Toten
Hosen mit der Störkraft-Kassette ausgetauscht. Die Toten Hosen
haben sie wahrscheinlich heimlich leise zu Hause gehört, und
wenn es geklingelt hat, schnell ausgemacht.

Rottel: Das sind doch Kinderspiele. Daß solche Leute verführbar
sind, das haben die richtigen Nazikader ausgenutzt. Die haben schnell
erkannt, daß man im Osten erfolgreich sein kann. Ich will nicht
sagen, daß es zu Ostzeiten keine konspirativ organisierten Faschisten
gab. Es gibt Studien, die zeigen, daß es in der späten
DDR Nazis gab, die auch Kontakt zu Westnazis hatten. Aber ich persönlich
kann sagen, ich hab von denen in Hoyerswerda nix mitgekriegt. Das
Pogrom war nicht organisiert, sondern wurde im Nachhinein ausgenutzt
für die Organisation.

Um 1990 herum hat Michael Kühnen gesagt, der Westen wäre
schwierig, aber im Osten wäre noch viel drin für ihn und
seine Freunde.

Rottel: Dieses Strenge, das Marschieren und überhaupt dieses
Uniformierte, das es in der DDR bei der vormilitärischen Ausbildung
oder bei der Zivilverteidigung gab, das haut viel eher in die Kerbe
der Rechten als in die der Linken mit ihren großen Freiheitsversprechen.

Wie waren Ausländer zu Ostzeiten in Hoyerswerda angesehen?

Maura: »Ausländer raus« oder so etwas zu sagen,
das war im Osten nicht üblich. Aber die Ausländer hatten
Probleme. Wenn die abends ausgegangen sind und kleine Gruppen von
zwei, drei besoffenen Deutschen getroffen haben, dann konnte es passieren,
daß sie auf die Mütze kriegten. Das war nicht mit faschistischem
Gedankengut verbunden, sondern einfach mit der Aussage: Die kotzen
uns an.

Aber warum sollten die einen ankotzen?

Maura: Weil sie Westklamotten hatten, reisen konnten und teilweise
Valuta verdienten. Da gab es auch Unterschiede. Die Vietnamesen haben
viel gehandelt und hatten nicht soviel Ärger wie die Mosambikaner
oder Algerier.

Rottel: Die Vietnamesen waren sehr fleißig und nähten zum
Beispiel Jeans oder schwarze Hosen aus Kunstleder. So eine hatte ich
auch.

Maura: Uns wurde schon als Kinder von Erwachsenen erzählt, daß
die Algerier ganz schlimm seien. Man müßte aufpassen, denn
die würden mit Rasierklingen schießen. Allgemein waren
die Ausländer geduldet, aber nicht akzeptiert, geschweige denn
integriert. Ich kenne ganz wenige Leute, bei denen mal ein Vertragsarbeiter
zu Besuch war.

Rottel: Es gab eine Ausländerfeindlichkeit, die aber nicht so
bezeichnet wurde, über die wurde auch nicht geredet.

Maura: Aggressionen haben sich eindeutig gegen Ausländer gerichtet,
ohne daß man das gesagt hätte. Es war auch immer die gleiche
Klientel, die das ausgeführt hat: Heavy-Metal-Typen …

Rottel: . .. und der normale Prolo, davon gab es ja reichlich in Hoyerswerda,
die in der Brikettfabrik eklig malocht haben, auch ältere Leute.
Und so ein Stammtischgequatsche. Da gibt es einen schönen Song
von der Firma: »Du dreckiger Faschist«.

Maura: In den Kreisen, in denen wir uns im Osten bewegt haben, gab
es keine richtigen Linken und keine richtigen Rechten wie heute. Das
war alles eins. Die Frage »Bist du links? Bist du rechts?«
gab es nicht. Wenn jemand gesagt hat: »Den Negern muß
man aufs Maul hauen«, dann hat man nicht gesagt: »Du bist
ja Nazi.« Diese Leute haben sich erst kurz vor der »Wende«
als Nazis geoutet. In den Großstädten war das anders, in
Berlin oder in Leipzig waren schon vor 1989 Skinheads unterwegs. Ich
kann mich an eine Episode erinnern, da war ich groteskerweise mit
den Kumpels, von denen später auch einige bei den Nazis waren,
zelten. Da waren wir in der Disco und es kamen Skins aus Leipzig,
so richtig fette Klinker. Die haben uns gejagt und mich auch gekriegt
und mir dann verkündet: »Dich hängen wir jetzt auf«.
Dann waren sie irgendwie abgelenkt, so daß ich abhauen konnte.
In Hoyerswerda gab es so etwas vor der »Wende« nicht.

Wo sind die ganzen Nazis geblieben? Man hört nichts
mehr aus Hoyerswerda.

Rottel: Meiner Meinung nach ist das dadurch beruhigt worden, daß
die Polizei angefangen hat, härter durchzugreifen und daß
sehr viel Geld aus dem dann staatlich aufgelegten Antigewaltprogramm
nach Hoyerswerda geflossen ist: Streetworker, Erlebnispädagogik,
und was es da alles gab, das hat schon viel gebracht. Damals gab es
ja nichts, das war alles weggebrochen. Keine Jugendklubs mehr, die
ersten Arbeitslosen. Wenn alle Vorstellungen und Phantasien weg sind,
dann drehen manche am Rad und der Schwächste ist dran. Außerdem:
Damals hatte Hoyerswerda noch 70 tausend Einwohner und jetzt sind
es 40 tausend. Die sind natürlich alle, auch viele Skins, in
den Westen gegangen, deshalb ist es auch ruhiger geworden.

Wurde in Hoyerswerda auch eine Antifa gegründet?

Rottel: Ja, da gab es später den »Linksabbiegerklub«
als Antwort auf einen von Nazis besetzten Jugendklub im WK 10. Im
Keller mit Stahltür vorne, nicht so leicht zu stürmen. Das
waren schon jüngere Leute als wir, die haben auch den Klub »Dock
28« gegründet. Die waren schon wieder von Flunk angehaucht.

Maura: Und die haben das dann auch ganz gut hingekriegt.
Rottel: Da gab es wieder eine Art Bandenkrieg zwischen rechts und
links.
Maura: Aber dadurch, daß die ihren Jugendklub gegründet
haben, sind viele von den Leuten, die potentiell zu den Nazis gegangen
wären, einfach bei denen gelandet. Irgendwann kam es auch aus
der Mode, Nazi zu sein. Es sind dann nur noch die übrig geblieben,
die wirklich davon überzeugt waren,

Und die von früher sitzen im Gärtchen und wählen
SPD…

Maura: Ich glaube, die meisten gehen gar nicht wählen. Die Mitläufer
der Nazis waren auch strohdumm. Die hatten keinen Bock mehr, sich
so komisch anzuziehen und Rambazamba zu machen. Aber potentiell rechts
werden sie immer sein, das ist klar.

(Interview von unserem Korrespondenten aus O-Berlin, zuerst erschienen
in jw, 06.12.2001)